Neuenglands Küche

Clam Chowder
Clam Chowder - Neuenglands Küche

Neuengland ist ein echtes Paradies für Genießer. Selbst beim Essen zeigt sich mal wieder, dass diese Region anders ist, als alle anderen US-Bundesstaaten: feiner, exklusiver, geschmacksintensiver und einfach einzigartig. Wer kulinarische Höhepunkte erleben will, ist in Neuengland auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Echte Klassiker der neuenglischen Küche sind "Clam Chowder", eine sämige Suppe aus Meeresfrüchten, "Baked Beans", ein typisch puritanisches Gericht mit braunen Bohnen, "Clambake", ein in der Erde gebackener Meeresfrüchtetopf, und "New England Boiled Dinner", wobei es sich um ein Schmorgericht mit Rindfleisch und Gemüse handelt. Für Gourmets empfiehlt sich eine Neuengland Reise vor allem im Herbst, wenn in der gesamten Region zahlreiche Events, die sogenannten Fall Food Festivals stattfinden. Viele der in Restaurants angebotenen Lebensmittel und Speisen, stammen aus eigenem Anbau oder heimischen Gefilden - ob zu Lande oder im Meer - beide sind die Hauptlieferanten an hiesigen Lebensmitteln. In Neuengland ist es selbstverständlich dass ernte- oder fangfrische Ware direkt auf den Tisch kommt.

Natürlich sind die Neuenglandstaaten für so einige Leckereien berühmt, wie diverse Meeresfrüchte, Wild und Fisch, Blaubeeren, Cranberries, Eiscreme, Ahornsirup und eine Vielzahl an Käsespezialitäten. Daneben erlangte Neuengland auch mit seiner Bierbrautradition und den zahlreichen Brauereien große Bekanntheit. Traditionsbewusst und zugleich innovativ mit Mut zum Außergewöhnlichen zeigen sich die Brauereien bei der Herstellung ihrer exklusiven Biersorten, die längst nicht mehr nur auf Landesebene angeboten werden. In jedem Neuenglandstaat gibt es einen eigenen Bierwanderweg, sogenannte "Beer Trails", wo sich eine Tour gut als Ausflug während einer Neuengland Reise anbietet. Dabei hat jeder Bundesstaat seine ganz eigenen Köstlichkeiten.

Weinanbaugebiet Connecticut - Neuenglands Küche

Connecticut, als eines der begehrtesten Weinanbaugebiete, ist bekannt für den "Wine Trail" und die Vielzahl an Mikrobrauereien. Auf dem "Wine Trail" können sich die Besucher auf eine Entdeckungsreise von insgesamt 19 Weinkellereien und Weinbergen begeben. Im beschaulichen Connecticut wurde übrigens auch der erste Hamburger weltweit verkauft. "Louis Lunch" in New Haven ist heute eine der besten Adressen in der Gastroszene. Die hier servierten und täglich frisch zubereiteten Hamburger sind keinesfalls mit den angebotenen Produkten mancher bekannter Fast Food Ketten zu vergleichen und wurden auch schon vom renommierten "Food & Wine Magazin" ausgezeichnet.

Für Hummer-Fans wird vor allem Maine ein echter Traum sein. Hummer werden in einem Atemzug mit Maine genannt und sind mit Abstand seine bekannteste Spezialität und größte Delikatesse. Frische und erstklassige Meeresfrüchte sind das Aushängeschild des Küstenstaates und machten ihn weltweit berühmt. Hummer, den sogenannten Lobster, genießt man in Maine entweder in einem netten Hafenrestaurant während eines Dinners oder ganz rustikal auf die Hand an einem der zahlreichen "Lobster Shacks" (kleine Imbissstände), die sich unmittelbar am Meer befinden. Exzellente Küche und zahlreiche preisgekrönte Gourmet-Lokale findet man insbesondere in Portland oder Ogunquit. Als Welthauptstadt des Hummers wird übrigens Rockland betitelt. Zur Nachspeise darf man sich dann Blaubeeren gönnen, für die Maine ebenfalls sehr bekannt ist, schließlich werden 99 % der Blaubeerernte der Vereinigten Staaten hier eingeholt. Neuengland Urlauber sollten vor Ort unbedingt "Nervous Nellie's James" einen Besuch abstatten, wo die köstlichen Beeren zu zahlreichen Leckereien verarbeitet werden, wie beispielsweise frische Blaubeer-Muffins oder Kuchen. Als Souvenir kann man sich dann im eigenen Hofladen ein Gläschen Marmelade oder Blaubeer-Chutney kaufen, um den Neuengland Urlaubsgenuss zu Hause zu verlängern.

Massachusetts, oftmals als Herz Neuenglands bezeichnet, muss sich bei diesen Aussichten keinesfalls verstecken: auch hier lauern so einige Gaumenfreuden, wie tolle Meeresfrüchte, fruchtige Cranberries sowie den one and only "Boston Cream Pie". Die besten Austern soll es angeblich im Bostons "Union Oyster Hous"e geben, welches übrigens auch das älteste Restaurant in den Staaten ist, da es bereits 1826 eröffnet wurde. Diese Lokalität bietet noch eine weitere für Neuengland typische Spezialität: "Clam Chowder", die traditionelle Muschelsuppe. Eine kulinarische Reise in die Vergangenheit kann man indes im Freilichtmuseum Plimoth Plantation in Plymouth bei einem traditionellen "Harvest Dinner" erleben. Den typischen "Boston Cream Pie", ein üppiger Kuchen mit Eiercreme und reichlich Schokolade, kostet man am besten dort, wo er erfunden wurde: nämlich im "Bostons Omni Parker House Hotel".

Kürbissuppe - Neuenglands Küche

In New Hampshire geht es recht traditionell zu. Doch das heißt keinesfalls, dass das Essen hier nicht schmackhaft ist. Ganz im Gegenteil: New Hampshire hat sich wie auch die anderen Neuenglandstaaten dazu verschrieben, höchst kulinarische Genussmomente zu verwirklichen. Neben dem "Brewery Trail", dem "Chocolate and Martini Trails" kann man auch auf den "Wine and Cheese Trails" so einige köstliche Entdeckungen machen. New Hampshire ist sehr bekannt für seine Kürbisse, die natürlich im Herbst Hochsaison haben. Das beliebte Gemüse wird dann in allen nur erdenklichen Variationen präsentiert: seien es Kürbismuffins oder Kürbiskuchen, deftige Kürbissuppen oder pikantes Kürbisgemüse. Auf Selbst-Ernte Feldern ("Pumpkin Patches") oder Bauernmärkten, können sich auch die Besucher mit allerlei Kürbisprodukten eindecken. Während das Innenleben der Kürbisse zum Teil für die Zubereitung von Speisen genutzt wird, präsentiert man die ausgehöhlten und teils skurril verzierten Kürbisse auf Gemeindefesten zu Halloween, so wie auch in Keene beim Pumpkin Festival, wo der Kürbis der Star des Abends ist. Doch auch die Apfelernte hat in New Hampshire einen hohen Stellenwert. Neben klassischen Apfelkuchen wird das beliebte Obst auch zu Apfelsaft oder schmackhaften Cider verarbeitet. Klein und fein, so lässt sich Rhode Island gut beschreiben. Die Fülle an kulinarischen Köstlichkeiten jedoch ist keinesfalls klein, sondern sehr vielfältig. So wie der kleinste US-Bundesstaat selbst, sind auch die hiesigen Spezialitäten einzigartig. Gewöhnliche Lebensmittel erhalten durch neue Namen einen besonderen Pep: so bekommt man in Rhode Island anstelle von Milkshakes "Cabinets", Muscheln heißen "Quahogs" oder "Steamers" und wer "Stuffies" im Restaurant bestellt, bekommt gefüllte und gratinierte Muscheln. Kulinarik spielt im kleinen Bundesstaat Rhode Island eine wichtige Rolle: so findet beispielsweise alljährlich das "Newport Great Chowder Cook-off" statt, ein Kochwettbewerb bei dem es um den Titel "Best Chowder of the Year" geht. Zusätzlich finden die "May Breakfasts" von Ende April bis Anfang Mai im gesamten Bundesstaat statt. Hier kann und sollte man als Besucher unbedingt einmal "Jonnycakes" kosten. Eisliebhaber sind bestens in Tiverton im "Gray's" aufgehoben, wo sehr gutes hausgemachtes Eis angeboten wird.

Bekanntlich kommt das Beste ja zum Schluss: Vermont gilt insgeheim als echtes Feinschmecker-Eldorado. Der ländliche Bundesstaat hat mit dem "Vermont Fresh Network" etwas vollkommen Einzigartiges geschaffen. Während der Großteil der USA für seinen Fast Food Konsum bekannt ist, setzt sich Vermont bewusst gegen diesen Mainstream. Stattdessen kooperieren hier Bauernhöfe mit Restaurants ganz nach dem Motto "Farm to Table" und verkaufen die regionalen Produkte an die Lokale, die diese wiederum ihren Gästen kredenzen. Weltberühmt ist der idyllische Green Mountain State aber vor allem für seine Eiscreme von "Ben & Jerrys". Wer eine Neuenglandreise unternimmt, sollte sich einen Besuch der Produktion in Waterbury nicht entgehen lassen. Doch auch Käseliebhaber kommen in Vermont auf ihre Kosten. Um die zahlreichen Käsespezialitäten zu probieren, bietet sich eine Tour auf dem "Vermont Cheese Trail" an. Der bekannteste Käse ist der Cheddar, der von "Cabot Cheese" hergestellt wird. Eine weitere Köstlichkeit, für die Vermont bekannt ist, ist der Ahornsirup. Der Großteil des flüssigen Goldes der USA wird nämlich im Green Mountain State produziert, was Vermont nach Kanada zu einem Hauptlieferanten von Ahornsirup macht. Vermont ist einfach durch und durch auf Öko eingestellt und Fast Food ist hier geradezu verpönt. Besonders stolz sind die Vermonter darauf, dass ihre Hauptstadt, Montpelier, die einzige US-Hauptstadt ist, die keine McDonald's Filiale besitzt. Ein Fast Food Lokal in Burlington musste außerdem wegen mangelnder Nachfrage schließen. Allein dies spricht schon für sich. Stattdessen stehen traditionelle Restaurants ganz oben auf der Beliebtheitsskala, die saisonale und regionale Speisen anbieten. Ein Vorzeigebeispiel für das Öko-Bewusstsein und Nachhaltigkeit, ist "Shelburne Farms", wo die Versorgung der Hotel- und Restaurantgäste komplett durch die hauseigene Farm, Bäckerei und Käserei erfolgt. Demnächst soll sogar eine kleine Kleinbrauerei ansässig werden.